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Land der Tränen.

Der Sommer beginnt. Mein Fenster spiegelt den blauen Himmel, an dem lautlos weiße Wolken vorrüber ziehen. Ich höre das zirpen der Grillen, das Zwitschern der Vögel. Das Leben dort draußen blüht auf. Den ganzen Winter habe ich davon geträumt; wie wohl dieser Sommer sein wird? Ich wollte es, ich wollte es so sehr. Meine Vorstellungen in die Realität umsetzen, meine Wünsche erleben und endlich ein wenig Glück in meinen Händen halten zu können. Alles ist grau. Jeden Tag wache ich auf und wünsche mir nichts mehr, als dort raus zugehen und zu erleben, zu leben. Gegen Abend wage ich dann (vielleicht) ein paar Schritte aus dem Haus. Dick eingepackt in Jacke und Mütze - damit mich niemand sieht. Ich laufe die Straße entlang, am Waldrand stoppe ich und atme erleichtert aus. Niemand da. Alles still. Ich sein. Sein, im Ganzen, im Ich. Eins sein, mit der Sonne, der Erde, den Gräsern, den Bäumen. Baum sein. Nach kurzer Zeit im Traum packt mich die Realität und ich muss zurück. Zurück in meinen Käfig, allein. Abgeschnitten von der Welt da draußen, die doch so bunt sein kann. Farbenblind folgen meine Augen den Schritten die in windeseile über den Asphalt fliegen. Wieder bin ich gefangen in meinem Königreich aus Lügen und Blut, Versagen und Verlieren. Gebaut auf Sorgen und Kummer. In der Nacht regnet es dann manchmal Tränen, die den Staub von den Wänden waschen und nach außen ein schönes Bild erscheinen lassen. Ein Bild, das im Spiegel, im Angesicht der Wahrheit zerbricht. Meine Vision liegt in Scherben auf dem Boden.

 Mit Narben übersäht verlasse ich das Zimmer.

19.6.08 21:08
 


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